Geschichte

In der Geschichte der bewegten Bilder gab es schon immer Probleme mit der Projektionstechnik. So standen bereits die ersten Kinos vor dem Problem, dass die Projektoren nur 24 Bilder pro Sekunde wechseln konnten. Wer einmal das Flimmern eines 60Hz Monitors gesehen hat, weiß wie wenig das ist. Um ein solches Flimmern in den Kinos zu vermeiden, benutzte man damals einen Trick. Jedes Bild wurde einfach 2mal an die Leinwand projeziert, die Bildwiederholrate wurde damit verdoppelt.

Hier muss man zwischen der Bildwiederholrate, und der realen Bildrate unterscheiden. Die Bildwiederholrate gibt nur an, wieviel Bilder pro Sekunde projeziert werden. Dieser Wert wird in Hz (Herz) angegeben. Er ist unabhängig von der Bildrate, die die real auf Band / Speichermedium gespeicherten Bild pro Sekunde (FPS) angibt. Bei modernen Computern ist die Bildwiederholrate nur vom Monitor abhängig und konstant. Wieviel der angezeigten Bilder aber “neu” sind, ist von Rechner abhängig und kann sowohl höher, als auch niedriger als die Hz-Zahl des Monitors sein.

In den Anfangszeiten des Fernsehens gab es zunächst ähnliche Probleme. Die ersten Fernsehgeräte hatten eine Auflösung von weit unter 100 Zeilen und flackerten 25 Bilder pro Sekunde auf die Mattscheibe. Als sich die Technik jedoch in den nächsten Jahren weiterentwickelte, wuchs die Auflösung kontinuierlich. 1935 war bereits eine Übertragung von 441 Zeilen möglich. Dieses Jahr markiert auch die Geburtsstunde des interlacings. Denn erstmals wurde das Bild nicht mehr in ganzen Bildern (progressiv), sondern in Halbbildern (interlaced) übertragen. Ohne weiter auf die technischen Details einzugehen liegt der Vorteil auf der Hand: Statt 25 ganzen Bildern, sendet man 50 halbe. Die benötigte “Bandbreite” bleibt gleich, der Bildaufbau erscheint jedoch subjektiv flüssiger.

Diese Technik hat hielt sich über wechselnde Formate hin bis zur Einführung des PAL Standards im Jahr 1967. Dort wurde eine Auflösung von 625 Bildzeilen bei einer Übertragungsrate von 50 Halbbildern pro Sekunde. Dieser Standard hat sich bis heute vor allem in Europa gehalten. In anderen Teilen der Welt gibt es mit NTSC und SECAM ähnliche Standards, die zwar teilweise mit anderen Auflösungen und Übertragungstechniken arbeiten, aber alle auf Halbbilder setzen.

Übrigens macht man sich diese Technik nicht nur beim Fernsehen zu Nutze. Auch bei Camcordern werden oft Halbbilder abgespeichert, da sich so die Hälfte an Speicherplatz sparen lässt. Und selbst die neuen HDTV-Standards beinhalten Modis welche die Bilder interlaced übertragen. Auch hier liegt der Grund in der Übertragungsbandbreite.

 
verschiedenes/interlacing/geschichte.txt · Last modified: 03.10.2010, 10:39
 
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